Medizin

Der Islam betrachtet die Gesundheit als eine Gunst Allahs und den Schutz des menschlichen Lebens als eine wichtige Verantwortung. Die Medizin dient nicht nur der Behandlung von Krankheiten, sondern auch der Bewahrung des Lebens und der Linderung von Leid. Der Prophet ﷺ ermutigte dazu, Heilmittel zu suchen: Abū Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: „Allah hat keine Krankheit herabkommen lassen, ohne daß Er für sie zugleich ein Heilmittel herabkommen ließ.“ Auch in der schafiitischen Rechtsschule spielt die Medizin eine bedeutende Rolle. Die Gelehrten behandeln medizinische Fragen unter anderem im Zusammenhang mit dem Gebet, dem Fasten, der rituellen Reinheit und der Bewahrung des Lebens. So kann eine Krankheit beispielsweise Erleichterungen beim Fasten oder beim Gebet rechtfertigen. Zugleich gehört das medizinische Wissen zu den Wissenschaften, deren Erlernen für die Gemeinschaft notwendig sein kann (farḍ kifāya), wenn es zur Versorgung der Menschen gebraucht wird. Die islamische Medizinethik verbindet somit wissenschaftliches Wissen mit Barmherzigkeit, Verantwortung und der Achtung vor dem menschlichen Leben. Heilung wird angestrebt, während man zugleich auf Allah vertraut und sich bewusst bleibt, dass Gesundheit und Krankheit Teil des menschlichen Lebens sind.