Die Bedeckung nimmt im Islam einen wichtigen Platz ein und steht im Zusammenhang mit Schamhaftigkeit, Würde und dem Gehorsam gegenüber Allah. Sie betrifft sowohl Männer als auch Frauen und umfasst nicht allein die Kleidung, sondern ebenso den Blick, das Verhalten und den Umgang miteinander. Im Qurʾān fordert Allah die gläubigen Männer und Frauen dazu auf, ihre Blicke zu senken und ihre Keuschheit zu wahren (Sure an-Nūr, 24:30–31). Auch in der schafiitischen Rechtsschule wird die Bedeckung ausführlich behandelt. Die Gelehrten erläutern, welche Körperbereiche im Gebet und gegenüber anderen Menschen bedeckt werden müssen und welche Bedingungen die Kleidung erfüllen soll. Dabei wird zwischen den Regeln für das Gebet (ʿawra aṣ-ṣalāh) und den Regeln der Bedeckung außerhalb des Gebets unterschieden. Die genauen Bestimmungen hängen unter anderem davon ab, wem gegenüber sich eine Person befindet. Die islamische Bedeckung ist somit nicht bloß eine Frage äußerer Kleidung, sondern Teil eines umfassenderen Verständnisses von Schamhaftigkeit und Gottesbewusstsein. Ihr Ziel ist es, den Gläubigen an seine Verantwortung gegenüber Allah zu erinnern und sowohl das äußere Erscheinungsbild als auch das innere Verhalten an islamischen Maßstäben auszurichten.