Abū Yaʿqūb Yūsuf ibn Yaḥyā al-Miṣrī al-Buwayṭī war einer der bedeutendsten Schüler Imam Muḥammad ibn Idrīs asch-Schāfiʿīs. Er stammte aus Ägypten; sein Beiname al-Buwayṭī leitet sich vom Ort Buwayṭ in Oberägypten ab. Er erwarb sein Wissen bei Imam asch-Schāfiʿī und überlieferte auch von dem bekannten malikitischen Gelehrten ʿAbdallāh ibn Wahb. Aufgrund seiner herausragenden Kenntnisse nahm er unter den ägyptischen Schülern asch-Schāfiʿīs eine besondere Stellung ein. Imam asch-Schāfiʿī vertraute ihm Fatwa-Angelegenheiten an und bestimmte ihn als Nachfolger für seinen Lehrkreis.
Nach dem Tod seines Lehrers im Jahr 204 n. H. führte al-Buwayṭī dessen Unterricht und die Vermittlung seiner Rechtslehre in Ägypten fort. Mit seinem Werk *Mukhtaṣar al-Buwayṭī* leistete er einen wichtigen Beitrag zur frühen schriftlichen Überlieferung des schafiitischen Fiqh. Auch wenn nur Teile des Werkes erhalten beziehungsweise wissenschaftlich erschlossen sind, belegen die überlieferten Handschriften und ihre Editionen seine Bedeutung für die frühe Entwicklung der Rechtsschule.
Während der Miḥna unter dem Abbasidenkalifen al-Wāthiq wurde al-Buwayṭī nach Bagdad gebracht und unter Druck gesetzt, die Auffassung zu vertreten, der Qurʾān sei erschaffen. Er verweigerte diese Aussage und blieb bis zu seinem Tod in Gefangenschaft. Die biografischen Quellen schildern ihn als standhaften Gelehrten, der trotz der Haft an seiner Überzeugung festhielt.
Yūsuf al-Buwayṭī starb im Jahr 231 n. H. (845/846 n. Chr.) in Bagdad. Einige Überlieferungen nennen abweichend das Jahr 232 n. H. Sein Wirken als Schüler und Nachfolger Imam asch-Schāfiʿīs sowie seine Rolle bei der frühen Weitergabe der schafiitischen Rechtslehre machen ihn zu einer wichtigen Persönlichkeit in der Geschichte der Rechtsschule.
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