1249 H./1833 n.Chr.
1308 H./1891 n.Chr.

Shihāb ad-Dīn Aḥmad ibn Aḥmad ibn Ismāʿīl al-Khalījī al-Ḥalwānī war ein ägyptischer Gelehrter, Schriftsteller und Dichter des 13. islamischen Jahrhunderts. Er wurde im Jahr 1249 n. H. (1833 n. Chr.) in Raʾs al-Khalīj geboren, einem Ort in Ägypten in der Nähe von Damietta, wo er auch den Großteil seines Lebens verbrachte. Er gehörte der schafiitischen Rechtsschule an und war zugleich mit dem sufischen Weg verbunden. In der biografischen Literatur wird er insbesondere als vielseitiger Literat beschrieben, dessen Schriften unterschiedliche Bereiche der islamischen Wissenschaften, der arabischen Sprache und der religiösen Literatur umfassen. Zu den überlieferten Werken, die seinen Namen mit der schafiitischen Rechtstradition verbinden, gehört insbesondere seine Abhandlung über das Tätowieren.

Al-Ḥalwānī erhielt seine Ausbildung in Ägypten. Den überlieferten biografischen Angaben zufolge studierte er zunächst in Ṭanṭā an der Aḥmadī-Moschee und setzte seine Studien anschließend an der al-Azhar-Moschee in Kairo fort. Dort kam er mit den wissenschaftlichen Kreisen seiner Zeit in Berührung. Zu den Gelehrten, von denen er Wissen übernahm, werden Ibrāhīm al-Bājūrī und Schams ad-Dīn al-Anbābī gezählt. Beide gehörten zu den bedeutenden Gelehrten der ägyptischen Gelehrsamkeit des 19. Jahrhunderts. Die Ausbildung an al-Azhar stellte für al-Ḥalwānī eine wichtige Grundlage für seine spätere Tätigkeit als Lehrer und Verfasser religiöser und literarischer Schriften dar.

Neben seiner Beschäftigung mit den religiösen Wissenschaften widmete sich al-Ḥalwānī der arabischen Literatur, der Dichtung und verschiedenen sprachwissenschaftlichen Themen. Seine Werke zeigen eine breite thematische Ausrichtung. Sie reichen von religiösen Abhandlungen über Schriften zur Prophetenbiografie und zu besonderen religiösen Anlässen bis hin zu sprachlichen und literarischen Arbeiten. Diese Vielfalt spiegelt das wissenschaftliche Umfeld wider, in dem religiöse Gelehrsamkeit, arabische Sprachkunst und literarisches Schaffen eng miteinander verbunden waren.

Besondere Bedeutung besitzt sein Werk al-Wasm fī al-Washm (الوسم في الوشم), das sich mit dem Tätowieren und dessen rechtlicher Bewertung beschäftigt. Der Titel lässt sich sinngemäß mit „Die Kennzeichnung durch Tätowierung“ wiedergeben. Die Abhandlung behandelt eine Frage, die sowohl die islamische Rechtswissenschaft als auch die praktische religiöse Lebensführung betrifft. In der schafiitischen Diskussion über das Tätowieren spielen unter anderem die dabei entstehende Verletzung der Haut, die Frage der rituellen Reinheit und die Veränderung des Körpers eine Rolle. Al-Ḥalwānīs Schrift wurde in späteren rechtswissenschaftlichen Erörterungen als Referenz herangezogen. Eine Ausgabe des Werkes erschien 1323 n. H. (1905 n. Chr.) in der ägyptischen Maṭbaʿa al-Maymanīya.

Werke