Shams ad-Dīn ar-Ramlī wurde in 919 nach der Hijrah in Ägypten geboren. Der Beiname „ar-Ramlī“ leitet sich vom Ort „Ramlah“ ab, was ein Dorf in der Nähe des Meeres ist. Bereits sein Vater Shihāb ad-Dīn ar-Ramlī war ein großer Gelehrter, der seinen Sohn gewissenhaft und islamisch erzog, sodass Shams ad-Dīn, einigen Berichten zufolge, in seiner Kindheit nicht mit den Kindern zu spielen pflegte, sondern voller Gottesfurcht, Enthaltsamkeit und Hingabe aufwuchs. Neben seinem Vater, war auch Zakariyyā al-Anṣārī sein Lehrer. Er wird von einigen Leuten als der Mujaddid des 10. Jahrhunderts angesehen, da sein Wissen und sein Einfluss so groß war. Er unterrichtete in den verschiedenen Wissenschaften des Islams und war eine Autorität der Rechtsprechung. Er wurde ash-Shāfi‘ī aṣ-Ṣaghīr (der kleine Shāfi‘ī) genannt und als Anlaufstelle für Fatwas für die Menschen Ägyptens beschrieben. Er übernahm die Leitung mehrerer Bildungseinrichtungen und wurde mit dem Amt des Muftis der Shāfi‘īten betraut. Sein Sharḥ zu an-Nawawī‘s Minhāj zählt zu seinen wichtigsten Werken. Er schrieb jedoch auch viele weitere Erläuterungen in verschiedenen islamischen Wissenschaften. Er gehört zu den wichtigsten Figuren der shāfi‘ītischen Rechtsschule des 10. Jahrhunderts nach der Hijrah.
Werke
